Ein Haus für Mehlschwalben

 

 

In der Bauphase im Freiburger Stadtteil Rieselfeld siedelten sich, wie öfter in Neubaugebieten, Mehlschwalben an, aber inzwischen werden die Bedingungen immer ungünstiger, und es brüten jedes Jahr weniger. Dem soll das im Dezember 2014 aufgebaute Schwalbenhaus entgegen wirken.

 Bild von Beate Seelmann-Eggebert


2024

Die neue Saison hat begonnen: seit dem 13. April werden Mehlschwalben an den Kunstnestern beobachtet.


2023

Eine schöne Aktion war auch der Besuch einer Lesepatenklasse am Schwalbenhaus. Interessiert schauten und lauschten die Kinder und lernten so einiges über unsere Sommerboten, und wie gerufen flogen dann auch einige Mauersegler vorbei, so dass sie die Unterschiede bei den Flugbildern bei Schwalben und Seglern erkennen konnten.

 


Es gibt etwas Neues: Im August neu aufgestellt wurde eine Tafel mit Informationen zu Schwalben und zum Schwalbenhaus,  gemeinsam gestaltet von NABU und der Stadt Freiburg.

Die Hinweistafel ist ein richtiger Anziehungspunkt geworden. Immer wieder bleiben Leute stehen, lesen auf der sehr gelungenen Tafel oder beobachten die Schwalben.

Eine ältere Frau schaute fasziniert dem Treiben der Schwalben zu. Sie sei öfter hier und erfreue sich „an all den Vögele“. „Das ist das Schönste, was die Stadt und der NABU je gemacht haben.“

 

Fotos: Ulrich vor dem Esche und Beate Hippchen


Bei Kontrollen am 13 und 20. Juli waren sämtliche inzwischen 41 Kunstnester besetzt, entweder am 13. oder am 20. Juli oder - allermeistens - an beiden Terminen. Meist schauten Junge aus den Nestern oder Altvögel fütterten ihre Jungen oder Adulte flogen in die Nester hinein und blieben eine Weile drin. Beide unfertigen Anbaunester wurden mit Lehm fertig gebaut - ob die Schwalben jetzt endlich den Lehm auf dem Floß im benachbarten kleinen Teich entdeckt haben?


Bereits am 28. März - rund 14 Tage früher als sonst - kamen 2 Mehlschwalben angeflogen und besetzten schon
mal zwei Nester. Sie ließen sich auch nicht durch unsere Anwesenheit am Schwalbenhaus stören, wo wir gerade dabei waren, ein paar zusätzliche Nester anzubringen, um für noch mehr Schwalben-Ansturm gewappnet zu sein.

Ebenfalls installiert wurden zwei Fledermauskästen um auch eine Unterkunft für Fledermäuse anzubieten.


2022

Am 3.7. schauten aus 31 von 34 Kunstnestern Junge heraus oder sie wurden von Altvögeln zum Füttern angeflogen, in 31 von 34 Nestern wurden also - zum ersten oder auch zweiten Mal - Junge großgezogen, und möglicherweise wurden auch in den 3 übrigen Nestern schon Junge flügge.
Kurz: auch dieses Jahr ist das Schwalbenhaus wieder ein voller Erfolg.

Schwalbenhaus mit anfliegenden Schwalben
Bild: Ulrich vor dem Esche

2021

Inzwischen ist es ein gewohnter Anblick: im Sommerhalbjahr, zwischen Mitte April und Mitte September, ziehen die Mehlschwalben in den Kunstnestern vom Schwalbenhaus ihre Jungen auf.

Bild: Mehlschwalbe

 

Die alljährliche Kontrolle im Oktober bestätigte mehr als 20 Nester, in denen 1x, 2x oder 3x gebrütet wurde.

 

Mit Hilfe einer langen Leiter wurden die Nester heruntergenommen, ausgebürstet und wegen der vielen Parasiten innen und außen abgeflämmt.

 


 

 

 

 

 

 

In einem Nest fanden wir zwei Eier, aus denen keine Junge ausgeschlüpft sind, in einem Nest war ein toter Altvogel.

Letztes Jahr haben wir ein besonderes Doppelkunstnest angebracht, auf der einen Seite ein (relativ großes) Schwalbenkunstnest, auf der anderen eine einfache Nestgrundlage zum Weiterbauen. Weitergebaut wurde nicht und im großen Nest brütete mehrmals ein Spatzenpaar.

 

Spatzen können Schwalben auch vertreiben, hier brüteten beide Arten friedlich nebeneinander.

Ein besonderer Gast schaut vorbei: Buntspechte fressen auch mal Eier oder Jungvögel.

Bilder & Video:  Petra Urban, Ulrich vor dem Esche, Franz Aiple


2020

Die Mehlschwalben sind wieder da - und seit dem 18. April sehen wir die ersten auch ihre Nester am Schwalbenhaus schon mal inspizieren.

Wir sind gespannt, was die neue Saison bringen wird.

Film von Beate Hippchen, September 2019

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Bild von Beate Hippchen
Bild von Beate Hippchen

September 2020

 

Es war eine sehr gute Saison, noch einige mehr besetzte Nester als im letzten Jahr.

 

Schon ein vertrautes Bild am Ende der Saison: die Schwalben sammeln sich vor dem Zug in den Süden, verabschieden sich vom Schwalbenhaus und prägen sich fürs nächste Jahr die Lage der Nester ein.

Wie jedes Jahr haben wir nach der Saison eine Kontrolle gemacht: wir fanden in 10 der 24 besetzten Nester insgesamt 13 tote Mehlschwalben, wahrscheinlich lauter Junge kurz vorm Flügge-Werden, mit ausgebildetem Federkleid. Bisher gab es bei der Kontrolle nie tote Schwalben, diese Beobachtung hat uns durchaus erschreckt.

Hat es bei der 3. Brut bis zum Abflug in den Süden nicht mehr gereicht? Oder fanden die Eltern nicht mehr genügend Insekten, um ihre Jungen bis zum Flüggewerden zu füttern?


2019

 

 

Diesen Sommer ist mächtig was los am Schwalbenhaus!

 

Mitte Juli wurden 21 Nester angeflogen oder es schauten Junge heraus.

 

Bilder: Franz Aiple

Auch in diesem Jahr fliegen Gruppen von Mehlschwalben um das Schwalbenhaus, um sich die Nester für das nächste Jahr besser merken zu können. Dieses Motiv hat es auch in die Badische Zeitung geschafft.

Am 11. September hieß es dann endgültig für dieses Jahr Abflug in den Süden.

 

Bild von Beate Hippchen


2018

Zweite August-Hälfte: Die dritte Brut

Schon im April wurde das Haus eifrig angeflogen und bald wurden Nester besetzt. Im Juli zählten wir auf der einsehbaren Hälfte mindestens 8 Nester, in denen Junge aufgezogen wurden, zum Teil schon zum 2. Mal.  Weitere Nester wurden auf der - nur bei Betreten des Naturschutzgebietes einsehbaren - Rückseite angeflogen. Und in der zweiten August-Hälfte wurde wieder in vielen Nestern gefüttert, wohl teilweise die 3. Brut: ein toller Erfolg!

 

Die Klangattrappe hatten wir dieses Jahr gar nicht mehr eingebaut, denn sie war nicht mehr nötig, nachdem die Schwalben das Haus im letzten Jahr als Brutmöglichkeit entdeckt hatten.

 

 

Ein Nest wird inzwischen von Französischen Feldwespen (oder Gallischen Feldwespen) genutzt - gut, auch sie haben Wohnungsnot (August 2018).

Ende August, vor dem Abflug in den Süden, sammeln sich die Mehlschwalben und fliegen in Gruppen um die genutzten Nester, dabei auch immer wieder in die Nester hineinschauend, wohl um sich deren Standorte einzuprägen. Gruppen von bis zu 40 Schwalben haben wir so das Schwalbenhaus und seine Nester erkunden sehen - ein gutes Omen für das nächste Jahr? 

 Bilder von Beate Seelmann-Eggebert

Blick auf die Reste eines  Mehlschwalbennestes
Blick auf die Reste eines Mehlschwalbennestes

 

Mitte Oktober wurde das Schwalbenhaus kontrolliert:

in 13 der künstlichen Nester wurden Nistreste von Mehlschwalben gefunden, in 2 weiteren bestätigten die typischen  Wabennester (1x groß, 1x klein) die Quartiere von Haus-Feldwespen.

Anders als in den beiden vorherigen Jahren weckten wir keine in einem Kunstnest schlafende Fledermaus, wir entdeckten auch keinen Fledermauskot.

Feldwespennest und Feldwespe; über uns kreiste eine Gruppe von 10 Rotmilanen.

Bilder von Franz Aiple


2017

Zum dritten Mal bauten wir im Frühjahr 2017 die Klangattrappe ein. Zusätzlich tauschten wir 2 neue Kunstnester gegen 2 schon benutzte ein – man sagt, die benutzten mögen die Schwalben lieber.

Bis Frühsommer  sah es am Schwalbenhaus aus wie die beiden Jahre zuvor auch:  die Mehlschwalben jagten immer wieder  über der Wiese direkt am Schwalbenhaus, beachteten es aber nicht. Im Hochsommer plötzlich wurde es immer wieder angeflogen, bald wurden Nester gebaut  und schließlich wurde gebrütet.

 

In 5 Nestern wurden Junge aufgezogen – darunter waren auch die beiden schon benutzten. Zufall?

 

Bis Ende August war mächtig was los!
Ob dieser Erfolg auf die Klangattrappe zurückzuführen ist?

Hier schlüpften junge Mehlschwalben
Hier schlüpften junge Mehlschwalben

 

Bei der Kontrolle im Herbst bestätigten sich die

5 genutzten Nester.  

 

 

 

 

 

Es gab aber auch eine Überraschung: eine schlafende Fledermaus, ein kleiner Abendsegler, wurde in einem der Kunstnester aufgeschreckt. 

 

 

 

In mehreren der Kunstnester fanden wir den typischen schwarzen Fledermauskot - offensichtlich nutzen auch Fledermäuse das Schwalbenhaus als Tagesquartier.

Wir sind gespannt, was sich im nächsten Jahr tun wird!

 

Bilder von Beate Hippchen und Franz Aiple


2016

Es jagten zwar immer wieder Mehlschwalben um das Schwalbenhaus herum, interessierten sich aber nicht für die Nester.


2015

Um die in Kolonien brütenden Mehlschwalben auf die neue Brutmöglichkeit aufmerksam zu machen, wurde Mitte April, rechtzeitig vor der Rückkehr der Zugvögel aus ihren afrikanischen Winterquartieren, eine Klangattrappe montiert. Das ist eine Art mp3-Player, der die Rufe der Mehlschwalben widergibt und mit Solarenergie betrieben wird.

Die Klangattrappe, bestehend aus der Einheit mit Lautsprecher und der Solarzelle.

Schwalben sind sehr ortstreu, brüten immer wieder an den gleichen Stellen und nehmen nicht leicht neue Nistplätze an. Aber schon im ersten Sommer wurde das Schwalbenhaus von Mehlschwalben umflogen – das lässt darauf hoffen, dass es in der nächsten Saison tatsächlich zum Brüten genutzt wird.

Bei der Kontrolle im Oktober fanden wir zu unserer Überraschung 3 angefangene und 7 fertige Meisennester, in letzteren gab es in 3 Nestern insgesamt 6 Eier. Wir haben keine fütternden Altvögel gesehen, deshalb vermuten wir eher keinen Bruterfolg. Es zeigt aber, dass es an geeigneten Höhlen zum Nisten mangelt, und sicherlich wäre es sinnvoll, in der Umgebung einige Meisenkästen aufzuhängen.

 

Bilder von Franz Aiple und Beate Hippchen


2014

Aufstellen des Schwalbenhauses im Rieselfeld am 2.12.2014

Zunächst wurde ein Fundament aus Beton 1x1x1 m in den Boden gegossen. Dahinein wurde die Stange einbetoniert, und mit dem Kran wurde das Teil mit den Nestern aufgesetzt

Am Schwalbenhaus gibt es 36 künstliche Schwalbennester, es bietet aber auch Platz für selbst gebaute Nester aus Lehm. Baumaterial dafür finden sie in den beiden extra angelegten Lehmmulden. Ganz im Innern finden auch Fledermäuse Unterschlupf.

 

 

Alle Bilder von Franz Aiple

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Presseartikel in der BZ vom 03.12.2014
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Dieses Projekt wird betreut von Beate Hippchen (0761/475326 oder beate.hippchen@posteo.de).